Simurgh
In seiner berühmten
Dichtung „Die Konferenz der Vögel“ erzählt der persische Dichter Attar die
Geschichte von dem Wiedehopf, einem kleinen orangefarbenen Vogel mit einer
Federlocke auf dem Kopf. Dieser Wiedehopf nimmt eine besondere Stellung in der
Sufi Symbolsprache als Botschafter Salomos ein. Er ist der Vogel des guten Omens,
dessen Aufgabe darin besteht, den rechten Pfad zu zeigen und uns gute
Nachrichten zu bringen.
Attar erzählt, dass der
Wiedehopf eines Tages alle Vögel versammelte, um sie zu veranlassen sich mit
ihm auf die Suche nach dem großen König der Vögel, dem berühmten Simurgh zu
machen. Sein Wohnsitz ist der sehr hohe Berg Qaf. Der Wiedehopf teilte den
anderen mit, er wisse den Weg zum Gipfel dieses Berges und so begann die
Vogelschar ihre Reise. Doch dauerte die Reise lang und war beschwerlich und
etliche der Vögel hatten nur wenig innere Überzeugung die Reise zu Ende zu führen.
Felder voller Blumen, kristallklare Bergbäche, hohe schattige Bäume – an
jedem Rastplatz blieb eine Schar von Vögeln zurück, verlockt durch den äußeren
Reichtum dieser Orte.
Kleiner und kleiner ward die
Reisegruppe und die meisten der Vögel fanden einen Weg und einen Grund die
kleine Gruppe der „echten Suchenden nach der Wahrheit“ zu verlassen.
Als sie den Gipfel des
Berges Qaf erreichten, waren noch dreißig Vögel übrig.
Diese dreißig Vögel
versammelten sich vor einem großen Spiegel und entdeckten zu ihrer Verwunderung,
dass der Simurgh ihre eigene Spiegelung war.
Sie waren selbst das Ziel,
nach dem sie gesucht hatten auf diesem hohen Berg. In der Tat hatte das Reisen
sie verwandelt.
Dies ist der Grund warum die
persische Übersetzung von Simurgh "dreißig Vögel" heißt.